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Im August 2008 zog ich nach einem 3-monatigen Auslandsaufenthalt in Italien nach Jena und wollte ein Studium beginnen. Nur was studieren? Zudem bemerkte ich ziemlich schnell, dass die Anmeldefristen schon abgelaufen warenL
Es gab genau 2 Möglichkeiten zur Überbrückung: entweder im alten Beruf eine neue Stelle suchen oder ein FSJ machen. Nur 2 Sekunden musste ich überlegen und rief kurzerhand im Landesjugendwerk der AWO an. Ich rechnete mir wenige Chancen aus, eine noch freie Stelle in Jena zu bekommen. Am liebsten wollte ich in einem Kindergarten arbeiten. Aber wie es das Schicksal manchmal so will…gab es noch einen freien Platz (!) in Jena (!) in einem Kindergarten (!). Nach einem Anruf hatte ich einen Termin für ein Bewerbungsgespräch im KITA Jenzigblick. Und 2 Tage später war ich stolze FSJlerin!
Nach einer Woche im KITA stand schon das erste große Seminar vor der Tür. Ehrlich gesagt, war mir etwas flau bei dem Gedanken, viele unbekannte Leute an einem noch unbekannteren Ort mit bekannten Themen zu treffen. Aber auch das Seminar war von Anfang an so klasse, dass die Zeit wie im Fluge verging. Besonders gut fand ich die Themenwahl und auch die lockere Stimmung zwischen Teamern und FSJlern. Außerdem konnte ich neue Orte kennenlernen, wie z. Bsp. Steinheid, Braunsdorf oder auch Güntersberge.
Die Arbeit im Kindergarten bereitete mir besonders viel Freude, wir organisierten Feste (Geisterfest, Lampionumzug, Fasching, Putz- und Fahrradwoche), gestalteten den Alltag mit Sportübungen, Gesang sowie kreativen Aktionen und die Aufnahme im Kollegenkreis grenzte schon fast an Familienzugehörigkeit. Dort lernte ich dann auch meine beste Freundin kennen.
Natürlich war die Arbeit zum Teil auch anstrengend, aber die Momente, wenn die Kinder frühmorgens mit einem lauten „Joannnnnnnnaaaaaa!“ auf mich zu gerannt kamen oder wenn sie einen anlächelten, entschädigten für anstrengende Stunden.
Während des ganzen Jahres kristallisierte sich dann so langsam heraus, welche Richtung mein Studium nehmen soll. Also bewarb ich mich nebenbei für den Studiengang „Soziale Arbeit“ an der FH Jena.
Was hat mir das FSJ gebracht?
- Erfahrungen im Umgang mit Kindern, Eltern, Kollegen
- Teamfähigkeit
- Bewältigung von mehr oder weniger schönen Situationen
- neue Freunde
- soziale Kompetenzen
- Klarheit über Studiengang und Zukunft
- Kennenlernen neuer Orte
- Arbeitsalltag
Seit Oktober 2008 studiere ich jetzt in Jena und bin nebenbei in den AK FSJ des Landesjugendwerkes der AWO eingetreten, um die nachfolgenden FSJler und die Teamer bei Seminaren zu unterstützen.
Joana Seidler


